Mit ChatGPT kannst du eine Keyword-Recherche in kurzer Zeit vorbereiten. Es sammelt Ideen und sortiert sie nach Suchabsicht, du machst daraus einen Plan für deine Seiten. Eins kann ChatGPT aber nicht zuverlässig: dir sagen, wie oft ein Begriff bei Google gesucht wird. Diese Zahlen holst du dir aus dem Keyword-Planer von Google Ads oder aus deiner Search Console. Wer beides kombiniert, kommt schnell und mit belastbaren Daten ans Ziel.
Die erste Fassung dieses Beitrags entstand, als ChatGPT gerade neu war. Damals klang vieles einfacher, als es ist. Die überarbeitete Fassung zeigt die sechs Schritte, die sich in der Praxis bewährt haben, und mit klaren Hinweisen, wo die KI hilft und wo nicht.
Was kann ChatGPT bei der Keyword-Recherche wirklich?
ChatGPT ist ein Sprachmodell. Es ist sehr gut darin, Begriffe zu finden, die Menschen rund um ein Thema verwenden, Varianten und Fragen zu formulieren und große Listen zu sortieren. Es denkt sich in die Lage deiner Kunden hinein, wenn du ihm sagst, wer sie sind.
Die Suchdaten von Google hat ChatGPT nicht. Fragst du nach dem monatlichen Suchvolumen, bekommst du trotzdem oft eine Zahl. Die klingt plausibel, ist aber eine Schätzung ohne Grundlage. Im alten Beitrag stand noch, ChatGPT könne dir das Suchvolumen nennen. Das war schon damals zu optimistisch und ist hiermit korrigiert. Für echte Zahlen brauchst du Werkzeuge mit Zugriff auf Suchdaten.
Schritt 1: Wie gibst du ChatGPT dein Thema richtig vor?
Schreib nicht nur das Thema hinein, sondern auch, was du anbietest, für wen und in welcher Region. Ein Beispiel für so eine Vorgabe:
„Ich bin Dachdecker in Rostock und mache vor allem Steildachsanierung für Einfamilienhäuser. Schreib mir eine Liste mit Suchbegriffen, die Hausbesitzer in Google eingeben, wenn sie so einen Betrieb suchen. Trenne Begriffe, bei denen jemand einen Auftrag vergeben will, von Begriffen, bei denen jemand nur Informationen sucht.“
Das Ergebnis ist deine Ideenliste, ein erster Rohstoff. Lies sie durch und streich alles, was nicht zu deinem Angebot passt.
Schritt 2: Wie sortierst du die Begriffe nach Suchabsicht?
Nicht jeder Suchbegriff bringt Anfragen. Wer „Dach selbst abdichten Anleitung“ sucht, will es selbst machen. Wer „Dachdecker Rostock Steildach sanieren“ sucht, will einen Betrieb beauftragen. Für deine Leistungsseiten zählen vor allem die Begriffe mit Kaufabsicht.
Lass ChatGPT die Liste in Gruppen einteilen: Auftrag vergeben, Preis und Ablauf verstehen, selbst machen. Die erste Gruppe gehört auf deine Leistungsseiten, die zweite in Ratgeber und häufige Fragen. Die dritte kannst du meist ignorieren, es sei denn, du willst zeigen, wann sich der Profi lohnt.
Schritt 3: Wie findest du heraus, was deine Konkurrenten machen?
Gib deine wichtigsten Begriffe selbst bei Google ein und schau dir an, wer oben steht. Das sind deine Wettbewerber in der Suche. Oft sind es andere Betriebe als die, die du aus deiner Region kennst.
Hier hilft ChatGPT beim Auswerten. Kopiere den Text einer Wettbewerberseite hinein und frag, welche Fragen diese Seite beantwortet und welche Begriffe dort vorkommen, die auf deiner Liste fehlen. So findest du Lücken, die du füllen kannst, ohne die Seite abzuschreiben.
Schritt 4: Woher bekommst du das echte Suchvolumen?
Dieser Schritt läuft nicht über ChatGPT. Für Suchvolumen direkt von Google nutzt du den Keyword-Planer in Google Ads. Dort kannst du deine Liste hochladen und dir Suchvolumen und Prognosen anzeigen lassen.
Hast du schon eine Website, schau zusätzlich in den Leistungsbericht der Google Search Console. Er zeigt dir die Suchanfragen, bei denen deine Seiten bereits eingeblendet werden. Das sind oft die besten Kandidaten, weil Google deine Seite für diese Begriffe schon in Betracht zieht.
Gerade im Handwerk zeigt der Keyword-Planer für lokale Begriffe oft nur sehr kleine Werte. Das heißt nicht, dass niemand danach sucht. Bewerte solche Begriffe nach der Absicht dahinter, nicht nur nach der Zahl.
Schritt 5: Wie schätzt du den Wettbewerb ein?
Auch hier gilt: ChatGPT kennt die aktuellen Suchergebnisse nicht zuverlässig. Die beste Prüfung ist dein eigener Blick in Google. Stehen oben große Portale und Verzeichnisse, wird es für eine einzelne Seite schwer. Stehen dort Betriebe wie deiner, deren Seiten dünn sind, hast du gute Chancen.
Achte auch darauf, was Google oben anzeigt: Kartenergebnisse mit Unternehmensprofilen, Anzeigen oder eine KI-Antwort. Bei vielen lokalen Suchen ist dein Google-Unternehmensprofil mindestens so wichtig wie deine Website. Eine SEO-Suite wie Semrush oder Ahrefs liefert dir zusätzlich Schätzwerte zur Schwierigkeit, wenn du tiefer gehen willst.
Schritt 6: Wie machst du aus den Keywords Inhalte?
Am Ende steht ein Plan: Welche Begriffe gehören auf welche Seite? Eine gute Faustregel ist eine Seite pro Suchabsicht, nicht eine Seite pro Begriff. Begriffe, die dasselbe meinen, gehören zusammen auf eine Seite.
ChatGPT hilft dir, die Liste in solche Gruppen zu ordnen und für jede Seite eine Gliederung vorzuschlagen. Den Inhalt füllst du mit deinem Wissen: wie du arbeitest, was Kunden oft fragen, woran Kunden gute Arbeit erkennen. Hüte dich davor, mit KI Dutzende fast gleiche Seiten zu erzeugen. Seiten, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden, helfen keinem Besucher, und Google wertet solche Massenseiten als Spam, egal ob ein Mensch oder eine KI sie geschrieben hat.
Häufige Fragen zur Keyword-Recherche mit ChatGPT
Kann ChatGPT bei der On-Page-Optimierung helfen?
Ja. ChatGPT kann dir Vorschläge für Seitentitel, Meta-Beschreibungen und Überschriften machen und prüfen, ob dein Text die Suchanfrage am Anfang beantwortet. Die Vorschläge solltest du immer selbst lesen und an deinen Betrieb anpassen.
Kann ChatGPT lokale Keywords finden?
Ja, wenn du ihm deine Region und deine Leistungen nennst. Es schlägt dir Kombinationen aus Leistung und Ort vor und formuliert Fragen, die Menschen in deiner Gegend stellen. Ob diese Begriffe wirklich gesucht werden, prüfst du im Keyword-Planer oder in der Search Console.
Kann ChatGPT meine Backlinks analysieren?
Nicht von sich aus. ChatGPT sieht nicht, welche Seiten auf deine Website verlinken. Diese Daten findest du im Linkbericht der Search Console oder in SEO-Suiten. Wenn du dir dort eine Liste exportierst, kann ChatGPT dir beim Sortieren und Bewerten helfen.
Reicht die kostenlose Version von ChatGPT für die Keyword-Recherche?
Für das Sammeln und Sortieren von Ideen reicht sie in vielen Fällen. Entscheidend ist ohnehin nicht die Version, sondern dass du die Zahlen aus einer echten Datenquelle holst.
Fazit: ChatGPT für Ideen, Google für Zahlen
ChatGPT macht die Keyword-Recherche schneller, weil es dir beim Sammeln, Sortieren und Planen viel Arbeit abnimmt. Die Entscheidung, welche Begriffe sich lohnen, triffst du mit echten Daten aus Google und mit deinem Wissen darüber, welche Aufträge du willst. Fang mit den Begriffen an, bei denen jemand einen Betrieb wie deinen sucht.
Wie du ChatGPT außerdem im Betrieb einsetzen kannst, habe ich in meinem Buch Wie Künstliche Intelligenz dein Business revolutioniert: Strategien & Anwendungsbereiche für Chat GPT aufgeschrieben.
Du willst wissen, für welche Suchbegriffe deine Website schon Chancen hat und welche Seiten dir fehlen? Dann schauen wir uns das gemeinsam an.
