Google-Ads-Kosten senkst du am schnellsten, indem du aufhörst, für die falschen Klicks zu bezahlen. Die meisten Kampagnen von kleinen Betrieben verlieren Geld an Leute, die etwas anderes suchen: Heimwerker, die eine Anleitung wollen, Jobsuchende, Interessenten aus einer Gegend, in die du nie fährst. Wer diese Klicks aussortiert, zahlt weniger für dieselbe Zahl an Anfragen.
Kurz gesagt: Schau dir an, bei welchen Suchbegriffen deine Anzeigen wirklich erscheinen. Schließ alles aus, was nicht nach Kunde klingt. Grenz Gebiet und Uhrzeiten ein. Wähl eine Gebotsstrategie, die zu deinen Daten passt. Und prüf am Ende nicht die Klicks, sondern die Anrufe und Anfragen, die tatsächlich bei dir ankommen. Diese sechs Tipps gehen wir der Reihe nach durch, in der Reihenfolge, in der sie dir am meisten bringen.
Warum zahlst du bei Google Ads oft für Klicks, die nichts bringen?
Bei Suchkampagnen bezahlst du in der Regel, wenn jemand auf deine Anzeige klickt. Ob daraus ein Auftrag wird, ist Google egal. Das Problem beginnt meist bei den Keywords. Neue Keywords bekommen in Google Ads standardmäßig die Option „Weitgehend passend“. Damit kann deine Anzeige auch bei Suchanfragen erscheinen, die nur einen Bezug zu deinem Keyword haben und seine Formulierung gar nicht enthalten. So steht es in der Hilfe zu den Keyword-Optionen.
Für einen Dachdecker heißt das: Er bucht „Dachreparatur“ und bezahlt plötzlich auch für „Dachreparatur selber machen“ oder „Dachdecker Ausbildung“. Jeder dieser Klicks kostet Geld, keiner davon ruft an. Das fällt im Alltag kaum auf, weil die Kampagne ja läuft und Klicks bringt. Erst wenn du nachschaust, siehst du, wofür du eigentlich bezahlt hast.
Tipp 1: Welche Suchbegriffe haben deine Anzeigen wirklich ausgelöst?
Der wichtigste Bericht in deinem Konto ist der Bericht zu Suchbegriffen. Dort siehst du, bei welchen echten Suchanfragen deine Anzeigen ausgeliefert wurden und was sie gebracht haben. Das ist etwas anderes als die Liste deiner Keywords. Die Keywords sind das, was du eingestellt hast. Die Suchbegriffe sind das, was die Leute wirklich getippt haben.
Geh die Liste durch und frag dich bei jedem Begriff: Würde jemand, der so sucht, bei mir einen Auftrag vergeben? Markier alles, bei dem die Antwort Nein lautet. Diese Liste ist die Grundlage für den nächsten Schritt. Mach das am Anfang jede Woche. Wenn kaum noch Neues auftaucht, reicht ein Blick im Monat.
Tipp 2: Wie helfen ausschließende Keywords beim Sparen?
Mit auszuschließenden Keywords sagst du Google, bei welchen Suchbegriffen deine Anzeige nicht erscheinen soll. Google empfiehlt, sich dabei auf Begriffe zu konzentrieren, die deinen Keywords ähnlich sind, aber zeigen, dass jemand etwas anderes sucht. Das Beispiel in der Hilfe: Wer den VW Golf verkauft, schließt „golfschläger“ und „golfplätze“ aus.
Für Handwerksbetriebe gibt es typische Kandidaten, die fast immer auf die Liste gehören:
- Wörter für Selbermacher wie „selber machen“, „Anleitung“ oder „DIY“
- Wörter für Jobsuchende wie „Ausbildung“, „Gehalt“ oder „Stellenangebot“
- Wörter für Schnäppchenjäger wie „gebraucht“ oder „kostenlos“
- Leistungen, die du nicht anbietest, und Orte, in die du nicht fährst
Pass aber auf, dass du nichts ausschließt, womit echte Kunden suchen. „Kosten“ zum Beispiel wirkt wie ein Sparfuchs-Wort. In Wahrheit tippen es oft Leute, die kurz vor einem Auftrag stehen.
Tipp 3: Wie grenzt du Gebiet und Uhrzeiten richtig ein?
Ein Betrieb mit festem Einsatzgebiet sollte keine Klicks aus dem ganzen Land bezahlen. Mit der geografischen Ausrichtung legst du fest, wo deine Anzeigen erscheinen. Laut Google kannst du Nutzer erreichen, die sich gerade oder regelmäßig an einem bestimmten Ort befinden, oder solche, die sich nur für diesen Ort interessieren. Schau in den Standortoptionen deiner Kampagne nach, welche Variante eingestellt ist. Für einen Betrieb, der nur in seiner Region arbeitet, sind die Leute vor Ort fast immer die richtige Wahl.
Dazu kommt die Uhrzeit. Mit der Werbezeitplanung legst du Tage und Uhrzeiten fest, an denen deine Anzeigen laufen. Google nennt selbst den naheliegenden Fall: Anzeigen nur dann zu zeigen, wenn du Kundenanfragen auch bearbeiten kannst. Wenn deine Anzeige auf Anrufe zielt und nachts niemand abnimmt, zahlst du nachts für Klicks, die ins Leere laufen.
Tipp 4: Welche Gebotsstrategie passt zu deinem Betrieb?
Die Gebotsstrategie bestimmt, wie Google für dich in der Auktion bietet. In der Übersicht zu den Gebotsstrategien beschreibt Google unter anderem diese Optionen: „Klicks maximieren“ für möglichst viele Besucher, „Conversions maximieren“ für möglichst viele Anfragen im Rahmen deines Budgets und „Ziel-ROAS“, wenn du auf einen bestimmten Umsatz pro Werbe-Euro hinarbeitest. Dazu kommt die manuelle Gebotseinstellung, bei der du die Gebote selbst festlegst.
Für die meisten Betriebe sind Anfragen das Ziel, nicht Klicks. Die Strategie „Ziel-CPA“ setzt Gebote so, dass du möglichst viele Conversions zu einem gewünschten Durchschnittspreis bekommst. Laut der Hilfeseite zum Ziel-CPA musst du vorher Conversion-Tracking einrichten. Dort steht auch ein Punkt, den viele übersehen: An einzelnen Tagen kann Google bis zum Doppelten deines durchschnittlichen Tagesbudgets ausgeben, ohne das monatliche Limit zu überschreiten. Wundere dich also nicht über einen teuren Dienstag.
Die Faustregel: Automatische Strategien sind nur so gut wie die Daten, mit denen du sie fütterst. Zählt dein Konto Dinge als Conversion, die keine echten Anfragen sind, optimiert Google auf genau diese Dinge. Dann sparst du nicht, sondern bezahlst effizient für das Falsche.
Tipp 5: Was hat deine Zielseite mit den Kosten zu tun?
Viele schauen nur auf die Anzeige und vergessen die Seite dahinter. Google bewertet bei Suchkampagnen auch, wie gut deine Anzeige und deine Landingpage zu dem passen, was jemand sucht. Der Qualitätsfaktor zeigt dir das als Diagnosewert auf Keyword-Ebene, auf einer Skala von 1 bis 10. Google schreibt dazu ausdrücklich, dass er keine Leistungskennzahl ist. Er zeigt dir, wo Anzeige, Keyword oder Landingpage nachgebessert werden sollten.
Praktisch heißt das: Wer nach „Dachrinne reinigen“ sucht, sollte auf einer Seite landen, auf der es um Dachrinnen geht, nicht auf deiner Startseite mit zwanzig Leistungen. Die Telefonnummer gehört sichtbar nach oben, und ein Formular sollte nicht mehr fragen, als du für einen Rückruf brauchst. Eine Seite, die zur Suche passt, bringt aus denselben Klicks mehr Anfragen. Damit sinken deine Kosten pro Auftrag, auch wenn der Klickpreis gleich bleibt.
Tipp 6: Woran misst du, ob deine Kampagne sich lohnt?
Klickrate, Klickpreis und Impressionen sehen im Bericht gut aus, sagen aber wenig darüber, ob sich die Werbung lohnt. Die eine Zahl, die zählt, ist: Wie viele echte Anfragen sind in diesem Monat über die Anzeigen gekommen, und was hat jede gekostet? Das weißt du nur, wenn du die Anfragen selbst mitschreibst. Eine einfache Liste reicht: Datum, Name, woher die Anfrage kam, ob daraus ein Auftrag wurde.
Leg diese Liste neben die Conversions in Google Ads. Weichen die Zahlen deutlich voneinander ab, stimmt etwas an der Messung nicht. Mögliche Gründe: Das Konto zählt schon den Klick auf die Telefonnummer als Anfrage, obwohl niemand durchgekommen ist, oder eine Danke-Seite wird bei jedem Neuladen erneut gezählt. Bevor du so etwas nicht geklärt hast, solltest du auf Basis der Ads-Zahlen kein Budget erhöhen oder kürzen.
Wie oft solltest du in dein Google-Ads-Konto schauen?
Ein fester Termin pro Woche ist für einen kleinen Betrieb realistisch und reicht meistens. Nimm dir dafür eine halbe Stunde und geh immer dieselben Punkte durch: neue Suchbegriffe prüfen und unpassende ausschließen, Ausgaben gegen dein Budget halten, Anfragen aus deiner Liste mit den Conversions vergleichen. Änder dabei nicht alles auf einmal. Wenn du in derselben Woche Gebote, Texte und Gebiet umstellst, weißt du hinterher nicht, was gewirkt hat.
Gib einer Änderung ein paar Wochen, bevor du sie bewertest. Einzelne Tage schwanken stark, gerade bei kleinen Budgets. Wer täglich nachjustiert, reagiert auf Zufall und weiß am Ende nicht, welche Einstellung etwas gebracht hat.
Häufige Fragen zu Google-Ads-Kosten
Wie finde ich die richtigen Keywords für meine Kampagne?
Mit dem Keyword-Planer in Google Ads findest du Begriffe rund um deine Leistungen und siehst Schätzungen zum Suchvolumen. Wähl Begriffe, bei denen jemand etwas beauftragen will, also eher „Heizung reparieren lassen“ als „Heizung Funktion“.
Kann ich Google-Ads-Kosten senken, ohne weniger Anfragen zu bekommen?
Ja, wenn das Geld bisher in unpassende Klicks geflossen ist. Ausschließende Keywords, ein enges Gebiet und passende Uhrzeiten nehmen vor allem die Klicks weg, die ohnehin nie angerufen hätten.
Lohnt sich eine automatische Gebotsstrategie für kleine Betriebe?
Sie lohnt sich, wenn dein Konto echte Anfragen sauber als Conversion zählt. Ohne verlässliche Messung arbeitet die Automatik mit falschen Zielen. Dann ist es besser, erst die Messung zu klären.
Geht es auch ganz ohne Google Ads?
Ja. Ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil und eine Website, die bei Google gut gefunden wird, bringen Anfragen ohne Klickpreis. Das dauert länger. Anzeigen bringen dagegen schneller Sichtbarkeit, solange du bezahlst.
Fazit: Erst aufräumen, dann über Budget reden
Bevor du mehr Geld in Google Ads steckst, sorg dafür, dass das vorhandene Geld bei den richtigen Leuten ankommt. Suchbegriffe prüfen, Unpassendes ausschließen, Gebiet und Zeiten eingrenzen, die Zielseite zur Suche passend machen und die echten Anfragen mitzählen. Das kostet dich eine halbe Stunde pro Woche und spart oft mehr als jede Budgetkürzung.
Du willst wissen, wo in deinem Konto gerade Geld versickert? Dann schauen wir es uns gemeinsam an.
